Ausgebliebene oder späte Periode? Was es sonst noch zu beachten gilt.

Es gibt verschiedene Anzeichen für eine Schwangerschaft. Diese sind nicht bei jeder Frau und auch nicht bei jeder Schwangerschaft gleich. Wenn Sie schwanger sind, werden Sie wahrscheinlich eines oder mehrere dieser Anzeichen bei sich feststellen. Aber keine Angst: Es ist unwahrscheinlich, dass alle auf einmal auftreten. Auch wenn Sie keines dieser Anzeichen zeigen, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Manche Schwangere haben kein einziges dieser Anzeichen einer Schwangerschaft.

Ausbleiben der Periode

Wenn Sie einen regelmäßigen Zyklus haben, ist dies das früheste und verlässlichste Anzeichen. Aber auch wenn Sie schwanger sind und ein befruchtetes Ei sich in der Gebärmutter eingenistet hat, kann es zum gewohnten Zeitpunkt zu einer leichten Blutung oder zu Schmierblutungen kommen.

Bei unregelmäßigem Zyklus treten möglicherweise andere Schwangerschaftsanzeichen auf, noch bevor Ihre Periode ausbleibt.

Weitere Anzeichen

Müdigkeit

Es kann sein, dass Sie in den ersten drei Schwangerschaftswochen ungewöhnlich müde sind. Dies ist wahrscheinlich auf den Anstieg des Hormons Progesteron zurückzuführen. Dieses Hormon hält den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und damit die Schwangerschaft aufrecht.

Übelkeit/Morgenübelkeit

Ungefähr zwischen der 2. und 8. Schwangerschaftswoche kann es zu Übelkeit bis hin zum Erbrechen kommen. Diese Übelkeit klingt in der Regel ab der 16. Woche ab. Die „Morgenübelkeit“ kann sich – anders als ihre Bezeichnung es vermuten lässt – zu jeder Tages- oder Nachtzeit bemerkbar machen und sogar die ganze Zeit anhalten.

Hyperemesis gravidarum

Ungefähr eine von 200 Schwangeren leidet an Hyperemesis gravidarum. Hyperemesis gravidarum hält in der Regel auch nach dem ersten Trimester (12 bis 13 Wochen) an und verursacht ein häufiges und schweres Erbrechen, das dazu führt, dass weder Flüssigkeit noch Nahrung im Magen bleibt. Diese Erkrankung kann behandelt werden und führt nur in sehr seltenen Fällen zu Schwangerschaftskomplikationen. Wenn Sie an schwerer Übelkeit leiden, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Veränderungen der Brüste

Die Brüste können größer werden, sich gespannt anfühlen oder berührungsempfindlich sein. Es kann auch sein, dass die Venen auf den Brüsten deutlich sichtbar sind und die Brustwarzen dunkler werden.

Sie müssen häufiger zur Toilette

Ungefähr 6 bis 8 Wochen nach der Empfängnis kann sich ein häufigerer Harndrang bemerkbar machen. Denn Ihr Uterus (Gebärmutter) wird größer und drückt auf die Harnblase. Am Ende des ersten Trimesters verlagert sich der Uterus in den Bauchraum, sodass der Druck auf die Harnblase nachlässt.

Stimmungsschwankungen

Es kann sein, dass Sie aufgrund der Hormonumstellung im Frühstadium der Schwangerschaft Stimmungsschwankungen haben und sogar ohne erkennbaren Grund in Tränen ausbrechen.

Heißhunger auf oder Ekel vor Lebensmitteln

Möglicherweise ekeln Sie sich plötzlich vor Tee, Kaffee oder fettigem Essen. Manche Frauen wiederum haben Heißhunger auf Dinge, die sie sonst gar nicht mögen. Auch kann Ihnen übel werden, wenn Sie bestimmte Lebensmittel riechen, wie Kaffee, Fleisch oder Alkohol.

Krämpfe

Im ersten Trimester kann es zu Krämpfen in Beinen und Füßen kommen, die auch in einer späteren Schwangerschaftswoche auftreten können. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Kalzium während der Schwangerschaft anders verstoffwechselt wird.


Falls Sie schwanger sind und diese Feststellung Sie aus der Fassung bringt, denken Sie bitte daran, dass Sie viele Möglichkeiten haben. Sie sind nicht allein – hunderte von Frauen sind jeden Tag mit derselben Situation konfrontiert und können mit der richtigen Beratung und Unterstützung eine Entscheidung darüber treffen, wie es weitergehen soll.

Wenden Sie sich so bald wie möglich an einen Arzt. Parallel dazu stehen Ihnen verschiedene Beratungsstellen zur Verfügung. Informationen dazu finden sie Beispielsweise unter www.familienplanung.de (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ), www.profamilia.de (Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung) oder www.oegf.at (Österreichische Gesellschaft für Familienplanung).